Allerleirauh


Allerleirauh ist ein Märchen. Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 65.

Es war einmal ein König, der hatte eine Frau mit goldenen Haaren, und sie war so schön, dass sich ihresgleichen nicht mehr auf Erden fand. Es geschah, dass sie sehr krank wurde, und als sie fühlte, dass sie bald sterben würde, rief sie den König und sprach: „Wenn du nach meinem Tode dich wieder vermählen willst, so nimm keine, die nicht ebenso schön ist wie ich, und die nicht solche Haare hat, wie ich sie habe; das musst du mir versprechen!“ Nachdem der König es ihr versprochen hatte, machte sie die Augen zu und starb.

Der König war lange Zeit nicht zu trösten und dachte nicht daran, eine zweite Frau zu nehmen. Endlich sprachen seine Räte: „Es geht nicht anders, der König muss sich wieder vermählen, damit wir eine Königin haben.“ Nun wurden Boten weit und breit herumgeschickt, um eine Braut zu suchen, die an Schönheit der verstorbenen Königin gleich käme. Es war aber keine in der ganzen Welt zu finden, und wenn man sie auch gefunden hätte, so war doch keine da, die solch goldene Haare gehabt hätte. Also kamen die Boten unverrichteter Sache wieder heim. Nun hatte der König eine Tochter, die war geradeso schön wie ihre verstorbene Mutter und hatte auch solch goldene Haare.

Als sie herangewachsen war, sah sie der König einmal an und sah, dass sie in allem seiner verstorbenen Gemahlin ähnlich war, und fühlte plötzlich eine heftige Liebe zu ihr. Da sprach er zu seinen Räten: „Ich will meine Tochter heiraten, denn sie ist das Ebenbild meiner verstorbenen Frau, und sonst kann ich doch keine Braut finden, die ihr gleicht.“ Als die Räte das hörten, erschraken sie und sprachen: „Gott hat verboten, dass der Vater seine Tochter heirate, aus der Sünde kann nichts Gutes entspringen, und das Reich wird mit ins Verderben gezogen.“

Die Tochter erschrak noch mehr, als sie den Entschluss ihres Vaters vernahm, hoffte aber, ihn von seinem Vorhaben noch abzubringen. Da sagte sie zu ihm: „Ehe ich Euren Wunsch erfülle, muss ich erst drei Kleider haben: eins so golden wie die Sonne, eins so silbern wie der Mond und eins so glänzend wie die Sterne. Ferner verlange ich einen Mantel von tausenderlei Pelz und Rauchwerk zusammengesetzt, und jedes Tier in Eurem Reich muss ein Stück von seiner Haut dafür geben.“ Sie dachte aber: „Das anzuschaffen ist ganz unmöglich, und ich bringe damit meinen Vater von seinen bösen Gedanken ab.“

Der König ließ aber nicht ab, und die geschicktesten Jungfrauen in seinem Reiche mussten die drei Kleider weben, eins so golden wie die Sonne, eins so silbern wie der Mond und eins so glänzend wie die Sterne. Und seine Jäger mussten alle Tiere im ganzen Reiche fangen und ihnen ein Stück von ihrer Haut abziehen; daraus ward ein Mantel aus tausenderlei Pelzen gemacht. Endlich, als alles fertig war, ließ der König den Mantel herbeiholen, breitete ihn vor ihr aus und sprach: „Morgen soll die Hochzeit sein!“

Als nun die Königstochter sah, dass keine Hoffnung mehr war, ihres Vaters Herz umzustimmen, so fasste sie den Entschluss zu fliehen. In der Nacht, während alles schlief, stand sie auf und nahm von ihren Kostbarkeiten dreierlei: einen goldenen Ring, ein goldenes Spinnrädchen und ein goldenes Haspelchen. Die drei Kleider von Sonne, Mond und Sterne tat sie in eine Nuss-Schale, zog den Mantel von allerlei Pelzen an und machte sich Gesicht und Hände mit Ruß schwarz. Dann befahl sie sich Gott und ging fort und ging die ganze Nacht, bis sie in einen großen Wald kam. Und weil sie müde war, setzte sie sich in einen hohlen Baum und schlief ein.

Die Sonne ging auf, und sie schlief fort und schlief noch immer, als es schon hoher Tag war. Da trug es sich zu, dass der König, dem dieser Wald gehörte, darin jagte. Als seine Hunde zu dem Baum kamen, schnupperten sie, liefen rings herum und bellten. Sprach der König zu den Jägern: „Seht nach, was sich dort für ein Wild  versteckt hat.“ Die Jäger folgten dem Befehl, und als sie wiederkamen, sprachen sie: „In dem hohlen Baum liegt ein wunderliches Tier, wie wir noch nie eins gesehen haben. An seiner Haut ist tausenderlei Pelz; es liegt aber und schläft.“

Sprach der König. „Seht zu, ob ihr’s lebendig fangen könnt, dann bindet es auf den Wagen und nehmt es mit.“ Als die Jäger das Mädchen anfassten, erwachte es voll Schrecken und rief ihnen zu: „Ich bin ein armes Kind, von Vater und Mutter verlassen, erbarmt euch mein und nehmt mich mit!“ Da sprachen sie: „Allerleirauh, du bist gut für die Küche, komm’ nur mit, da kannst du die Asche zusammenkehren.“ Also setzten sie es auf den Wagen und fuhren heim ins königliche Schloss. Dort wiesen sie ihm ein Ställchen an unter der Treppe, wo kein Tageslicht hinkam, und sagten: „Rauhtierchen, da kannst du wohnen und schlafen.“ Dann ward es in die Küche geschickt, da trug es Holz und Wasser, schürte das Feuer, rupfte das Federvieh, las das Gemüse, kehrte die Asche und tat alle schlechte Arbeit.

Da lebte Allerleirauh lange Zeit recht armselig. Ach, du schöne Königstochter, wie soll’s mit dir noch werden! Es geschah aber einmal, dass ein Fest im Schloss gefeiert ward, da sprach sie zum Koch: „Darf ich ein wenig hinaufgehen und zusehen? Ich will mich außen vor die Türe stellen.“ Antwortete der Koch: „Ja, geh nur hin, aber in einer halben Stunde musst du wieder hier sein und die Asche zusammentragen!“ Da nahm sie ihr Öllämpchen, ging in ihr Ställchen, zog den Pelzrock aus und wusch sich den Ruß von dem Gesicht und den Händen ab, so dass ihre volle Schönheit wieder an den Tag kam.

Dann machte sie die Nuss auf und holte ihr Kleid hervor, das wie die Sonne glänzte. Und als das geschehen war, ging sie hinauf zum Fest, und alle traten ihr aus dem Weg, denn niemand kannte sie und glaubten nicht anderes, als dass es eine Königstochter sei. Der König aber kam ihr entgegen, reichte ihr die Hand und tanzte mit ihr und dachte in seinem Herzen: „So schön haben meine Augen noch keine gesehen.“ Als der Tanz zu Ende war, verneigte sie sich, und als sich der König umsah, war sie verschwunden, und niemand wusste wohin. Die Wächter, die vor dem Schlosse standen, wurden gerufen und ausgefragt, aber niemand hatte sie erblickt.

Sie war aber in ihr Ställchen gelaufen, hatte geschwind ihr Kleid ausgezogen, Gesicht und Hände schwarz gemacht und den Pelzmantel umgehängt und war wieder Allerleirauh. Als sie nun in die Küche kam und an ihre Arbeit gehen und die Asche zusammenkehren wollte, sprach der Koch: „Lass das gut sein bis morgen und koche mir da die Suppe für den König. Ich will auch einmal ein bisschen oben zugucken, aber lass mir kein Haar hineinfallen, sonst kriegst du in Zukunft nichts mehr zu essen!“ Da ging der Koch fort, und Allerleirauh kochte die Suppe für den König und kochte eine Brotsuppe, so gut sie es konnte. Und als sie fertig war, holte es aus dem Ställchen seinen goldenen Ring und legte ihn in die Schüssel, in welche die Suppe angerichtet ward.

Als der Tanz zu Ende war, ließ sich der König die Suppe bringen und aß sie, und sie schmeckte ihm so gut, dass er meinte, niemals eine bessere Suppe gegessen zu haben. Als er aber auf den Grund kam, sah er da einen goldenen Ring liegen und konnte nicht begreifen, wie er dahin geraten war. Da befahl er, der Koch solle vor ihn kommen. Der Koch erschrak, als er den Befehl hörte, und sprach zum Allerleirauh: „Gewiss hast du ein Haar in die Suppe fallen lassen; wenn’s wahr ist, so kriegst du Schläge!“ Als er vor den König kam, fragte dieser, wer die Suppe gekocht habe. Antwortete der Koch: „Ich habe sie gekocht.“ Der König sprach: „Das ist nicht wahr, denn sie war auf andere Art und viel besser gekocht als sonst.“ Antwortete er: „Ich muss gestehen, dass ich sie nicht gekocht habe, sondern das Rauhtierchen.“ Sprach der König: „Geh und lass es heraufkommen.“

Als Allerleirauh kam, fragte der König: „Wer bist du?“ – „Ich bin ein armes Kind, das keinen Vater und Mutter mehr hat.“ Fragte er weiter: „Wozu bist du in meinem Schloss?“ Antwortete es: „Ich bin zu nichts gut, als dass mir die Stiefel an den Kopf geworfen werden.“ Fragte er weiter: „Wo hast du den Ring her, der in der Suppe war?“ Antwortete es: „Von dem Ring weiß ich nichts.“ Also konnte der König nichts erfahren und musste es wieder fortschicken.

Nach einer gewissen Zeit gab es wieder ein Fest, da bat Allerleirauh den Koch wie voriges Mal um Erlaubnis, zusehen zu dürfen. Antwortete er: „Ja, aber komm in einer halben Stunde wieder und koch dem König die Brotsuppe, die er so gerne isst.“ Da lief es in sein Ställchen, wusch sich geschwind und nahm aus der Nuss das Kleid, das so silbern war wie der Mond, und zog es an. Da ging sie hinauf und glich einer Königstochter, und der König trat ihr entgegen und freute sich, dass er sie wieder sah. Weil eben der Tanz begann, so tanzten sie zusammen. Als aber der Tanz zu Ende war, verschwand sie wieder so schnell, dass der König nicht mitbekommen konnte, wo sie hinging. Sie sprang aber in ihr Ställchen und machte sich wieder zum Rauhtierchen und ging in die Küche, um die Brotsuppe zu kochen.

Als der Koch oben war, holte es das goldene Spinnrad und warf es in die Schüssel, so dass die Suppe darüber angerichtet wurde. Danach ward die Suppe dem König gebracht, der aß sie und sie schmeckte ihm so gut wie das vorige Mal. Und er ließ den Koch kommen, der musste auch diesmal gestehen, dass Allerleirauh die Suppe gekocht habe. Allerleirauh kam da wieder vor den König, aber sie antwortete, dass sie nur dazu da wäre, dass ihr die Stiefel an den Kopf geworfen würden und dass sie von dem goldenen Spinnrädchen gar nichts wisse.

Als der König zum dritten Mal ein Fest feierte, da ging es nicht anders zu als die vorigen Male. Der Koch sprach zwar: „Du bist eine Hexe, Rauhtierchen, und gibst immer etwas in die Suppe, von dem  sie so gut wird und dem König besser schmeckt als was ich koche.“ Doch weil sie so bat, so ließ er es auf die bestimmte Zeit hinauf gehen. Nun zog es ein Kleid an, das wie die Sterne glänzte, und trat damit in den Saal. Der König tanzte wieder mit der schönen Jungfrau und meinte, dass sie noch niemals so schön gewesen sei. Und während er tanzte, steckte er ihr, ohne dass sie es merkte, einen goldenen Ring an den Finger und hatte befohlen, dass der Tanz recht lang dauern sollte.

Als  er zu Ende war, wollte er sie an den Händen festhalten, aber sie riss sich los und sprang so geschwind unter die Leute, dass sie vor seinen Augen verschwand. Sie lief, so schnell sie konnte, in ihr Ställchen unter der Treppe. Weil sie aber zu lange und über eine halbe Stunde geblieben war, so konnte sie das schöne Kleid nicht ausziehen, sondern warf nur den Mantel aus Pelz darüber. Und in der Eile machte sie sich auch nicht ganz rußig, sondern ein Finger blieb weiß. Allerleirauh lief nun in die Küche, kochte dem König die Brotsuppe und legte, als der Koch fort war, den goldenen Haspel hinein. Der König, als er den Haspel auf dem Grunde fand, ließ Allerleirauh rufen, da erblickte er den weißen Finger und sah den Ring, den ihr er beim Tanzen angesteckt hatte.

Da ergriff er sie an der Hand und hielt sie fest, und als sie sich losmachen und fort springen wollte, tat sich der Pelzmantel ein wenig auf, und das Sternenkleid schimmerte hervor. Der König fasste den Mantel und riss ihn ab. Da kamen die goldenen Haare hervor, und sie stand da in voller Pracht und konnte sich nicht länger verbergen. Und als sie Ruß und Asche aus ihrem Gesicht gewischt hatte, da war sie schöner als man jemanden auf Erden gesehen hat. Der König aber sprach: „Du bist meine liebe Braut, und wir scheiden nimmermehr voneinander!“ Darauf ward die Hochzeit gefeiert, und sie lebten vergnügt bis zu ihrem Tod.

Entnommen aus: Kinder und Hausmärchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm. Verlegt bei Eugen Diederichs. Jena 1912.

Angepasst an die zeitgemäße deutsche Sprache

Grimm’s Fairy Tale No. 65:

Allerleirauh

There once lived a king, whose wife had golden hair. She was so beautiful that her equal could not be found in all the world. When she lay ill and knew she would soon die, she called the king and said to him

“When you wish to marry again after my death, do not choose anyone who is not as beautiful as I am and who does not have golden hair like I have; this you must promise me.” When the king had promised it to her, she closed her eyes and died.

For a long time the king was inconsolable and didn’t think about taking a second wife. But finally one of his advisors spoke “Nothing else can be done. The king must marry again so that we have a queen.” Messengers were now sent out far and wide to find a bride who equaled the beauty of the dead queen. But no one in the entire world could be found. Even if she could have been found, there was no one who had such beautiful hair. The messengers returned without having accomplished anything.

Now the king had a daughter who was as beautiful as her dead mother and also had beautiful golden hair. When she was grown, the king gazed upon her and saw that she was similar to his deceased wife in every way and suddenly felt a burning love for her.

He spoke to his advisors “I will marry my daughter because she is the image of my deceased wife and otherwise I will not be able to find a bride her equal.”

When the advisors heard this, they were terrified and said “God has forbidden that a father marry his daughter. Nothing good can spring from this sin and the kingdom shall fall into ruin.” The daughter was even more terrified when she heard the decision of her father. But she held out hope that he would be dissuaded from his intent. She said to him “Before I fulfill your wish, I must first have three dresses. One, as golden as the sun. One as silver as the moon. And one that shines like the stars. Moreover I shall require a coat made from thousands of little pieces of fur and pelt. Every animal in your kingdom must provide a piece of his hide.” She thought to herself “It is quite impossible to do this and I will then bring my father away from his evil thoughts.” But the king did not relent and the cleverest maidens in his kingdom had to weave three dresses: one as golden as the sun, another as silver as the moon and another as shiny as the stars. His hunters had to catch all the animals in his entire kingdom and have a piece of their hide pulled off; from this, a coat was made from the thousands of little pieces of their rough skins. Finally it was all finished. The king had his servants bring him the coat, spread it before his daughter and said “Tomorrow will be the wedding.”

When the king’s daughter saw there was no more hope of turning her father’s heart, she decided to flee. In the night when everyone slept, she got up and took three things from her treasures: a golden ring, a golden spinning wheel and a golden bobbin; she placed the three dresses of the sun, moon and stars into a nutshell, put on the coat made of many hides and blackened her face and hands with soot. Then she commended herself to God and went out. She walked the entire night until she came to an enormous forest. And because she was tired, she crawled into a hollow tree trunk and fell asleep.

The sun went up and she kept on sleeping. She was still sleeping and half the day had passed. Now it happened that the king who owned the forest was hunting there. When his hounds came running up to the tree, they sniffed around it and barked. The king said to his hunters “Go see, what kind of wild animal is hidden there.” The hunters followed the command and when they returned they said “A strange animal is lying in the hollow tree, the likes of which we have never seen before. There are thousands of pieces of fur on his skin. But the animal itself is lying there sleeping.”

The king said “See if you can catch it alive. Then tie it to the wagon and bring it along.” When the hunters touched the maiden, she awoke full of fear and called out “I am a poor child, abandoned by my father and mother. Have pity on me and take me with you.” They replied “A l l e r l e I r a u h, you are good enough for the kitchen. Come along, you can sweep the ashes.” So they placed her on the wagon and drove home to the king’s castle. Once there they gave her a little stall under the stairs where the light of day did not penetrate. They said “You rough little animal, here you can live and sleep.” When she was sent into the kitchen, she had to carry wood and water, make the fire and pluck the feathers from the fowl, prepare the vegetables, sweep the ash and do every manner of lowly work.

For a long time Allerleirauh lived quite pitifully. Oh, you beautiful king’s daughter, what shall become of you! But it happened that a festival was celebrated in the castle. She spoke to the cook “May I go up and watch a little while? I will stand outside the door.” The cook replied “Yes, go ahead, but you must return in a half-hour and carry out the ashes.” She took her little oil lamp, went into her little stall and took off her coat of fur and washed the soot from her face and hands so that her full beauty came to light again. Then she opened up the nutshell and pulled out her dress, the one that shone like the sun. And when she had done all this, she went up to the celebration and all moved out of her way because no one knew her. Everyone thought that she was a king’s daughter. The king approached her, extended his hand out toward hers, and danced with her. He thought deep in his heart “I have never seen one more beautiful.” When the dance was over, they both bowed. When the king looked around, she had vanished. No one knew where she had gone. The guards standing before the castle, were called and questioned, but no one had seen her.

She had run back to her little stall, quickly removed her dress and blackened her face and hands. She put on her coat of pelts and fur again and once more she was Allerleirauh. When she returned to the kitchen and resumed her work of gathering up the ash, the cook said “Leave it be until morning. Cook me now a soup for the king, I want to go upstairs and watch a while.” But make sure you don’t let a single hair fall into the soup. If you do, you shan’t receive any more to eat!”

The cook left and Allerleirauh cooked the soup for the king and made a bread soup, as good as she could. When she was finished, she took from her little stall the golden ring and placed it in the bowl, in which the soup was prepared. When the dance was over, the king had his soup brought to him and ate it. It tasted so good he thought no one had ever made such good soup. But when he got to the bottom of the bowl, he saw a golden ring lying there and could not understand how it came to rest there. He commanded the cook to come before him. The cook was terrified when he heard the order and spoke to Allerleirauh “You must have let a hair fall into the soup. If it’s true, you shall be beaten.” When he came before the king, he asked who had cooked the soup. The cook replied “I cooked it.” But the king answered “That is not true, because it was a different kind and cooked much better than usual. The cook replied “I must admit I did not cook it, instead the rough little animal did it.” The king answered “Go and bring it to me.”

When Allerleirauh came, the king asked “Who are you?”

“I am a poor child, who no longer has a father or mother.”

He asked further “Why are you in my castle?”

The girl replied “I have no skills except for boots to be thrown at my head.”

He asked further “Where did you get the ring, which was in the soup?”

She replied “I know nothing about the ring.” So the king could not find out anything and sent the girl away again.

Some time passed and there was another celebration. Allerleirauh asked the cook as before for permission to gaze on the festivities. He replied “Yes, but come back again in a half hour’s time and cook a bread soup for the king, which he likes to eat.” She ran to her little stall, washed herself quickly and took the dress out of the nutshell, the one that was as silver as the moon, and put it on. Then she went up to the ball and looked like a king’s daughter. The king approached and was happy to see her again and because a dance was just starting, they danced together. But when the dance was over, she disappeared again so quickly that the king could not notice where she went. She jumped back into her little stall, turned herself into the rough little animal and went into the kitchen to cook bread soup. When the king was upstairs, the girl fetched the golden spinning wheel and placed it in the bowl so that the soup covered it. This was then brought to the king, who ate it and it tasted as good as before. He had the cook brought before him and he had to admit that Allerleirauh had cooked the soup. Allerleirauh came once again before the king but she answered, she was only there so that boots could be thrown at her head and that she knew nothing of the little golden spinning wheel.

When the king prepared a feast for the third time, the same thing happened. The cook spoke “You are a witch, a rough little animal who always puts something in the soup so that it tastes so good and the king likes it better than what I cook.” But because the girl requested it, the cook gave her permission to watch the celebration for a certain amount of time. Now the child pulled on the dress that shone like the stars and entered the hall. The king danced again with the beautiful maiden and thought she had never been more beautiful. While they danced, he placed on her finger the golden ring, without her noticing it and he ordered the dance to be quite long. When it was over, he wanted to hold onto her hand firmly, but she tore loose and ran quickly among the guests and vanished before his eyes. She ran as fast as she could back to her little stall under the stairs and because she had stayed too long, far longer than half an hour, she could not take off the dress. Instead she threw the fur coat over it. In her haste, she could not entirely blacken herself. One finger remained white. Allerleirauh ran into the kitchen and cooked the king a bread soup and placed the golden bobbin in the bowl when the cook was gone. When the king saw the bobbin lying in the bottom of the bowl, he had Allerleirauh called. He saw the white skin on her finger and the ring he had placed there during the dance. He seized the hand and held it fast. When the maid wanted to free herself and jump away, the fur coat opened a bit and the dress of stars shone out. The king grabbed the coat and pulled it off. Her golden tresses now fell out and she stood there in full splendor and could no longer hide herself. When the soot and ash had been washed from her face, she was more beautiful than anyone else on earth. The king said “You are my dear bride and we shall never more leave each other.” The wedding was then celebrated and they lived happily until their death.

Translation Copyright FairyTaleChannel.org (Link)

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